Im Vinschgau finden sich kulturgeschichtlich bedeutsame Kirchen, Klöster und Kapellen aus dem frühen Mittelalter. Die Geschichte dieser Sakralbauten mit ihren Rundapsiden, Freskenzyklen und Bestiarien zeugt von den Auseinandersetzungen zwischen Engadinern und Habsburgern, aber auch von den Konflikten zwischen Adel, Klerus, Bauern und Bürgertum.
Gerade Prad war lange tief gespalten zwischen jenen, die den Landesfürsten unterstützten, und jenen, die zum Bischof von Chur hielten. So steht die St. Johannkirche in Prad im Südosten des Dorfes inmitten einer grüner Wiesenlandschaft. Das romanische Kirchlein wurde von den Grafen von Tschenglsburg Ende des 13. Jh. als ihre Eigenkirche erbaut und seelsorglich betreut. Besondere Sehenswürdigkeiten sind die romanischen und gotischen Fresken, die barocke Holzdecke, die Grabplatte der Grafen von Tschenglsberg und die Freskenbilder von Karl Plattner.

“Stiegen zum Himmel“ oder auch „Alpine Straße der Romanik“ nennt sich das Interreg-Projekt zwischen dem Schweizer Engadin und Südtirol, das sich mit den historischen Zeugnissen aus der Früh- und Hochromanik befasst.

So führt die sakrale Spur des Frühmittelalters vom karolingischen Benediktinerkloster St. Johann im Münstertal in der benachbarten Schweiz bis nach Marienberg über Burgeis, dem höchstgelegenen Kloster der Alpen, und von dem ebenfalls karolingischen St. Benedikt in Mals bis zu St. Veith auf dem Tartscher Bühel.