Entlang der Obervinschger Wiesen und Weiden finden sich noch alte Palabirnbäume. Die hohen, knorrigen Bäume stehen einsam in der Landschaft, häufig am Wegesrand oder im Hofanger als letztem Rückzugsgebiet alter Apfel- und Birnensorten.

Die süße Palabirne gilt seit jeher als gesund und trägt im Volksmund den Beinamen Apothekerbirne. Tatsächlich wurde sie einst von Ärzten und Apothekern verschrieben. Im Obervinschgau findet die seltene Birne, die erstmals unter dem Namen Pilli Palli Birne im „Churburger Anger“ anno 1755 erwähnt wurde, ideale Wachstumsbedingungen vor.

Von den Einheimischen wird die Palabirne bis heute vielseitig eingesetzt und in verschiedensten Gerichten verwendet; etwa im Weihnachtszelten mit Palabirnschnitz und im „Palabirnbrot“. Dabei werden getrocknete Palabirnschnitz in den Brotteig gemengt. Beliebt ist die Birne auch als edler Brand.

Anfang Steptember steht die historische Kleinstadt Glurns im Obervinschgau ganz im Zeichen der Palabirne. Anlässlich der Vinschger Palabiratage werden Spezialitäten rund um die alte Birnensorte verkostet und verkauft.