Laaser Marmor bezeichnet das metamorphe Kalkgestein Marmor, das an der Nordostflanke der Ortlergruppe vorkommt und hier abgebaut wird. Der Laaser Marmor, also Marmor aus dem Dörfchen Laas, ist von seltener Reinheit und umfasst rund 500 Mio. Kubikmeter.

Die Geschichte des Laaser Marmor
Die systematische Gewinnung des „weißen Goldes“ in Laas und am nahe gelegenen Göflaner Bruch in Südtirol reicht weit zurück. Bereits in der Antike wurde der harte, widerstandsfähige Laaser Marmor für die Meilensteine an der Römerstraße Via Claudia Augusta verwendet. Seit dem 19. Jh. findet der hochwertige und wetterbeständige Laaser Marmor Verwendung im Kirchenbau und der Bildhauerei in ganz Europa. Heute ist der Laaser Marmor in aller Welt als hochwertiger Naturbaustoff für Prestigebauten geschätzt, etwa für die neue U-Bahnstation Ground Zero in New York.

Am Fuß des Nördersberges türmen sich die strahlend weißen Blöcke, die mit der Laaser Marmorbahn abtransportiert werden. Die faszinierende und heute als Industriedenkmal anerkannte Materialschrägbahn wurde 1930 in Betrieb genommen und leistet bis heute im Originalzustand ihren Dienst.

„Marmor und Marillen“
Seit dem Jahr 1982 gibt es in Laas auch wieder eine „Fachschule für Steinbearbeitung“, in der angehende Steinbildhauer die Technik der Steinbearbeitung – insbesondere des Laaser Marmors – erlernen. Darum ist das Marmordorf Laas in Südtirol nicht nur ein Zentrum der Marmorgewinnung, sondern auch ein Ort, an dem der beliebte Laaser Marmor wieder verstärkt der Kunst zugeführt wird. Alljährlich treffen sich hier Künstler und Bildhauer und zelebrieren beim „Marmor und Marillen“ Fest ihr Können.